Wie hoch ist das Krankengeld?
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Das Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt 70 Prozent deines regelmäßigen Bruttoverdienstes, höchstens 90 Prozent des Nettoverdienstes. 2026 liegt der Höchstbetrag bei 135,63 Euro brutto pro Kalendertag. Es gibt Krankengeld nach den ersten sechs Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber.
Quelle: SGB V, § 47 Höhe und Berechnung des Krankengeldes und weitere unten
Wie rechnet die Krankenkasse das Krankengeld aus?
Grundlage ist dein Regelentgelt, also dein regelmäßiger Bruttoverdienst vor der Krankheit (§ 47 Abs. 1 SGB V). Bei Monatsgehalt teilt die Kasse den Verdienst des letzten abgerechneten Monats durch 30. Davon bekommst du 70 Prozent pro Kalendertag.
Zwei Grenzen deckeln das Ergebnis:
- Das Krankengeld darf höchstens 90 Prozent deines Nettoverdienstes betragen.
- Brutto zählt nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung (§ 223 SGB V). 2026 sind das 69.750 Euro im Jahr, das entspricht 193,75 Euro am Tag.
Daraus ergibt sich der Höchstbetrag für 2026: 70 Prozent von 193,75 Euro, also 135,63 Euro brutto pro Kalendertag. Für einen vollen Monat setzt die Kasse 30 Tage an, das sind bis zu 4.068,75 Euro.
Beispiele für 2026
Die Tabelle zeigt das Brutto-Krankengeld nach der 70-Prozent-Regel. Ob die Netto-Grenze greift, hängt von Steuerklasse und Abzügen ab.
| Bruttogehalt pro Monat | Krankengeld pro Tag | pro Monat (30 Tage) |
|---|---|---|
| 2.500 € | 58,33 € | 1.750 € |
| 3.500 € | 81,67 € | 2.450 € |
| 4.500 € | 105,00 € | 3.150 € |
| 5.812,50 € und mehr | 135,63 € | 4.068,75 € |
Vom Krankengeld geht unter anderem dein Anteil am Beitrag zur Rentenversicherung ab, den du je zur Hälfte mit der Krankenkasse trägst (§ 170 SGB VI). Ausgezahlt wird deshalb etwas weniger.
Ab wann zahlt die Krankenkasse?
In den ersten sechs Wochen einer Arbeitsunfähigkeit zahlt dein Arbeitgeber das volle Gehalt weiter (§ 3 Entgeltfortzahlungsgesetz). Erst danach springt die Krankenkasse mit dem Krankengeld ein. Bei einer erneuten Erkrankung an derselben Krankheit werden frühere Zeiten zusammengerechnet.
Wichtig ist eine lückenlose Krankschreibung. Die Folgebescheinigung muss spätestens am nächsten Werktag nach dem Ende der letzten Krankschreibung ausgestellt sein, Samstage zählen dabei nicht als Werktag (§ 46 SGB V). Sonst kann der Anspruch für die Lücke entfallen.
Was ändert sich 2027?
Ab 2027 entkoppelt der Gesetzgeber die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung von der Versicherungspflichtgrenze. Die Grenze soll um 3.600 Euro über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen (§ 223 Abs. 4 SGB V). Damit steigt auch der Höchstbetrag des Krankengeldes. Den genauen Wert setzt die Bundesregierung per Verordnung fest.
Für Fragen zu deinem Bescheid ist deine Krankenkasse zuständig. Privat Versicherte bekommen kein gesetzliches Krankengeld, sondern ein Krankentagegeld nach ihrem Vertrag.
Häufige Fragen dazu
Wie viel Krankengeld bekomme ich bei 3.500 Euro brutto?
Rund 81,67 Euro brutto pro Tag, das sind 70 Prozent von 116,67 Euro Tagesverdienst. Für einen vollen Monat rechnet die Kasse 30 Tage, also 2.450 Euro. Liegt das über 90 Prozent deines Nettos, wird auf diesen Wert gekürzt.
Ist Krankengeld steuerfrei?
Ja, Krankengeld ist steuerfrei. Es unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt (§ 32b EStG) und erhöht den Steuersatz auf dein übriges Einkommen. Ab 410 Euro im Jahr bist du zur Steuererklärung verpflichtet.
Bekommen Selbstständige Krankengeld?
Nur mit Wahlerklärung. Hauptberuflich Selbstständige in der gesetzlichen Krankenversicherung haben Anspruch, wenn sie den Krankengeldanspruch gewählt haben (§ 44 Abs. 2 SGB V). Er beginnt dann ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit.
Zählen Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld mit?
Ja. Ein 360stel der beitragspflichtigen Einmalzahlungen aus den letzten zwölf Kalendermonaten wird dem Regelentgelt hinzugerechnet (§ 47 Abs. 2 SGB V). Das erhöht dein Krankengeld leicht.
Quellen
- SGB V, § 47 Höhe und Berechnung des Krankengeldes , abgerufen am 25.10.2026
- SGB V, § 44 Krankengeld , abgerufen am 25.10.2026
- SGB V, § 46 Entstehen des Anspruchs auf Krankengeld , abgerufen am 25.10.2026
- SGB V, § 223 Beitragspflicht, beitragspflichtige Einnahmen, Beitragsbemessungsgrenze , abgerufen am 25.10.2026
- Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2026, § 2 Jahresarbeitsentgeltgrenzen , abgerufen am 25.10.2026
- Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG), § 3 Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall , abgerufen am 25.10.2026
- EStG, § 32b Progressionsvorbehalt , abgerufen am 25.10.2026
- SGB VI, § 170 Beitragstragung bei sonstigen Versicherten , abgerufen am 25.10.2026
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