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Arbeit Gilt für: ganz Deutschland

Muss man an Heiligabend arbeiten?

faqten-Kompakt

Quelle geprüft · Stand 25.10.2026

Ja, grundsätzlich schon. Der 24. Dezember ist in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag, sondern ein normaler Werktag; 2026 fällt er auf einen Donnerstag. Frei hast du nur, wenn Arbeits- oder Tarifvertrag es vorsehen. Zahlt dein Arbeitgeber für Arbeit ab 14 Uhr einen Zuschlag, ist er bis 150 Prozent steuerfrei.

Heiligabend 2026Donnerstag, normaler Werktag
Steuerfreier Zuschlagbis 150 % ab 14 Uhr
Jugendliche unter 18frei ab 14 Uhr

Quelle: Einkommensteuergesetz (EStG), § 3b Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit und weitere unten

Ist Heiligabend ein Arbeitstag?

Heiligabend ist in Deutschland ein gewöhnlicher Werktag. Die Feiertagsgesetze der Länder nennen den ersten und zweiten Weihnachtstag am 25. und 26. Dezember als gesetzliche Feiertage, den 24. Dezember aber nicht. Deshalb gilt an Heiligabend dein normaler Dienstplan, sofern dein Vertrag nichts anderes sagt.

Am Donnerstag, 24. Dezember 2026, musst du also arbeiten, wenn der Tag für dich ein regulärer Arbeitstag ist. Viele Betriebe schließen früher oder geben frei. Das ist dann eine freiwillige oder vertraglich vereinbarte Regel, kein gesetzlicher Anspruch.

Wann hast du an Heiligabend frei?

Frei hast du in diesen Fällen:

  • Vertrag oder Tarifvertrag: Manche Tarifverträge und Arbeitsverträge stellen am 24. Dezember ganz oder ab Mittag frei.
  • Betriebsvereinbarung oder Betriebsruhe: Der Arbeitgeber schließt den Betrieb zwischen den Jahren.
  • Urlaub: Du beantragst den Tag als Urlaub. Weil der 24. Dezember ein Werktag ist, zählt er als voller Urlaubstag (§ 3 Abs. 2 BUrlG).
  • Sonntag: Fällt Heiligabend auf einen Sonntag, gilt die Sonntagsruhe nach § 9 ArbZG. Ausnahmen gibt es etwa für Pflege, Gastronomie oder Rettungsdienste.

Im Handel endet die Arbeit mit dem Ladenschluss meist früh: Geschäfte dürfen an Heiligabend auf einem Werktag höchstens bis 14 Uhr öffnen.

Welche Zuschläge bleiben steuerfrei?

Ein Recht auf Zuschläge an Heiligabend gibt es nicht. Zahlt dein Arbeitgeber sie freiwillig oder nach Tarif, bleiben sie bis zu diesen Sätzen steuerfrei (§ 3b Abs. 1 EStG):

Arbeit am steuerfrei bis
24. Dezember ab 14 Uhr 150 % des Grundlohns
25. und 26. Dezember 150 % des Grundlohns
31. Dezember ab 14 Uhr 125 % des Grundlohns
Sonntag 50 % des Grundlohns
Nacht von 20 bis 6 Uhr 25 % des Grundlohns

Als Grundlohn zählt der Stundenlohn, höchstens 50 Euro pro Stunde. Arbeit vor 14 Uhr an Heiligabend ist steuerlich normale Arbeitszeit.

Was gilt für Jugendliche und Auszubildende?

Für Beschäftigte unter 18 Jahren zieht das Jugendarbeitsschutzgesetz eine feste Grenze: Am 24. und 31. Dezember dürfen sie nach 14 Uhr nicht beschäftigt werden (§ 18 Abs. 1 JArbSchG). Vor 14 Uhr ist Arbeit erlaubt.

Wo bekommst du verbindliche Auskunft?

Ob dir an Heiligabend Freistellung oder ein Zuschlag zusteht, steht in deinem Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung. Der Betriebsrat, die Gewerkschaft oder eine Fachanwältin für Arbeitsrecht helfen dir, wenn die Regelung unklar ist.

Häufige Fragen dazu

Kostet ein freier Heiligabend einen ganzen Urlaubstag?

Nach dem Gesetz ja, denn der 24. Dezember ist ein Werktag. Einen halben Urlaubstag oder bezahlte Freistellung gibt es nur, wenn Arbeits-, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung das regeln.

Bekomme ich an Heiligabend automatisch einen Zuschlag?

Nein. Einen gesetzlichen Anspruch auf Zuschläge gibt es nicht. § 3b EStG legt nur fest, bis zu welcher Höhe gezahlte Zuschläge steuerfrei bleiben.

Was gilt, wenn Heiligabend auf einen Sonntag fällt?

Dann greift die Sonntagsruhe nach § 9 ArbZG: Arbeit ist nur in erlaubten Ausnahmen zulässig. 2028 ist der 24. Dezember ein Sonntag.

Wie lange dürfen Azubis unter 18 an Heiligabend arbeiten?

Jugendliche dürfen am 24. und 31. Dezember nach 14 Uhr nicht beschäftigt werden (§ 18 Abs. 1 JArbSchG).

Maik Möhring Ressort Geld & Arbeit

Maik Möhring ist Gründer von Maik Möhring Media in Ermatingen (Thurgau) und betreibt Wissens- und Ratgeberportale für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Bei faqten ist er Herausgeber: Er prüft jede Antwort vor der Veröffentlichung und schreibt selbst über Geld und Arbeit.

Alle Antworten von Maik

Quellen

  1. Einkommensteuergesetz (EStG), § 3b Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit , abgerufen am 25.10.2026
  2. Arbeitszeitgesetz (ArbZG), § 9 Sonn- und Feiertagsruhe , abgerufen am 25.10.2026
  3. Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG), § 18 Feiertagsruhe , abgerufen am 25.10.2026
  4. Bundesurlaubsgesetz (BUrlG), § 3 Dauer des Urlaubs , abgerufen am 25.10.2026
  5. Bayerisches Feiertagsgesetz (FTG), Art. 1 Gesetzliche Feiertage , abgerufen am 25.10.2026

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