Wie alt ist die Erde?
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Die Erde ist rund 4,54 Milliarden Jahre alt. Der US Geological Survey leitet den Wert aus Blei-Isotopen in Erzen und Meteoriten ab und gibt eine Unsicherheit von unter 1 Prozent an, also unter rund 45 Millionen Jahren. Die ältesten bekannten Minerale der Erde sind etwa 4,4 Milliarden Jahre alt.
Quelle: U.S. Geological Survey: Age of the Earth und weitere unten
Rund 4,54 Milliarden Jahre
Der US Geological Survey (USGS), die geologische Bundesbehörde der USA, nennt als bestes Alter für die Erde 4,54 Milliarden Jahre. Die Unsicherheit liegt unter 1 Prozent. Umgerechnet sind das weniger als rund 45 Millionen Jahre nach oben oder unten. Die NASA rundet auf etwa 4,5 Milliarden Jahre.
Genau genommen beschreibt der Wert den Zeitpunkt, an dem die Blei-Isotope im inneren Sonnensystem zuletzt gleich verteilt waren und Blei und Uran in feste Körper eingebaut wurden. Erde, Mond und Meteoriten sind demnach etwa gleich alt.
Wie wird das Alter der Erde bestimmt?
Die Methode heißt radiometrische Datierung. Bestimmte Elemente in Gesteinen und Mineralen zerfallen sehr langsam zu stabilen Isotopen anderer Elemente. Ihre Halbwertszeiten liegen laut USGS zwischen 700 Millionen und mehr als 100 Milliarden Jahren. Aus dem Verhältnis von Ausgangs- und Zerfallsprodukt lässt sich berechnen, wann ein Gestein zuletzt geschmolzen ist.
Für das Erdalter betrachten Forschende die Erde und die Meteoriten als ein gemeinsames System. Entscheidend ist das Verhältnis von Blei-207 zu Blei-206, das sich durch den Zerfall von Uran im Lauf der Zeit verändert. Als Ausgangswert dient Blei aus Eisenmeteoriten, die kein Uran enthalten, vor allem aus dem Canyon-Diablo-Meteoriten.
Die ältesten Funde im Überblick
Die ältesten Gesteine und Kristalle liefern ein Mindestalter. Diese Werte nennt der USGS:
| Fund | Ort | Alter |
|---|---|---|
| Meteoriten (mehr als 70 datiert) | weltweit gefunden | 4,53 bis 4,58 Mrd. Jahre |
| Älteste Mondgesteine | Apollo- und Luna-Missionen | 4,4 bis 4,5 Mrd. Jahre |
| Zirkonkristalle | westliches Zentralaustralien | ca. 4,4 Mrd. Jahre |
| Acasta-Gneis | Nordwesten Kanadas | 4,03 Mrd. Jahre |
| Isua-Gesteine | Westgrönland | 3,7 bis 3,8 Mrd. Jahre |
Gesteine, die älter als 3,5 Milliarden Jahre sind, kommen laut USGS auf allen Kontinenten vor. Bemerkenswert: Auch die ältesten Gesteine sind keine Ur-Kruste, sondern Lavaströme und Ablagerungen aus flachem Wasser. Die Erdgeschichte begann also schon vorher.
Warum helfen Mond und Meteoriten?
Die Erde formt ihre Oberfläche durch Plattentektonik und Verwitterung ständig um. Der Mond kennt keine Plattentektonik, deshalb sind dort sehr alte Gesteine häufiger erhalten. Meteoriten sind Bruchstücke von Asteroiden aus der Frühzeit des Sonnensystems und gelten deshalb als beste Zeugen für dessen Entstehung.
Dass Messungen an so verschiedenen Proben zu fast denselben Zahlen führen, macht das Ergebnis belastbar. Die Datierungen der alten Gesteine stimmen laut USGS auf wenige Prozent überein.
Häufige Fragen dazu
Warum kann man das Alter nicht einfach am ältesten Stein ablesen?
Die Erdoberfläche wird ständig umgeformt, alte Gesteine sind daher fast überall verschwunden. Die ältesten erhaltenen Gesteine und Kristalle zeigen nur ein Mindestalter.
Ist der Mond so alt wie die Erde?
Fast. Die ältesten datierten Mondgesteine sind laut USGS 4,4 bis 4,5 Milliarden Jahre alt und geben ein Mindestalter des Mondes an.
Wie alt ist das Sonnensystem?
Ebenfalls rund 4,54 Milliarden Jahre. Mehr als 70 datierte Meteoriten zeigen, dass das Sonnensystem vor 4,53 bis 4,58 Milliarden Jahren entstand.
Wie alt ist die Milchstraße im Vergleich?
Der USGS nennt für die Milchstraße 11 bis 13 Milliarden Jahre. Die Erde ist also deutlich jünger als unsere Galaxie.
Quellen
- U.S. Geological Survey: Age of the Earth , abgerufen am 30.10.2026
- NASA Science: Earth, Facts , abgerufen am 30.10.2026
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